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Das Konzept des Excess Burden (Zusatzlast der Besteuerung, Mehrbelastung der Besteuerung, deadweight loss) untersucht den Einfluss der Besteuerung auf die Allokation knapper Ressourcen und auf die Wohlfahrtssituation der Individuen. Darunter werden nicht die Erhebungs- oder Entrichtungskosten einer Steuer verstanden, sondern der Verlust, welchen ein Wirtschaftssubjekt über die eigentliche Zahllast einer Steuer hinaus, erleidet. Der Excess Burden einer Steuer gibt den Wohlfahrtsverlust einer Steuer an und bildet den Schlüssel zur normativen Steuertheorie. Das Konzept des Excess Burden soll nun an Hand eines Beispiels verdeutlicht werden:
Stefan Homburg (2007) betrachtet dabei einen Markt für Sekt, auf dem ohne Sektbesteuerung die Bruttopreise den Nettopreisen entsprechen; zu einem Preis p* wird die optimale Menge x* nachgefragt. Die aggregierte Konsumentenrente, welche in diesem Optimum entsteht, wird durch das Dreieck p* pmax A abgebildet. Die aggregierte Produzentenrente hingegen durch das Dreieck 0 p* A. Durch die Erhebung einer Sektsteuer pro Flasche sinkt der Nettopreis auf p1, während der Bruttopreis auf p1 + t steigt. Es kommt also zu einer Abweichung der Netto- von den Bruttopreisen, deren Differenz der Steuerbetrag t ist. Da die Nachfrager ausschließlich daran interessiert sind, was sie zu bezahlen haben, richten sie sich nach den Bruttopreisen. Die Anbieter hingegen richten sich nach den Nettopreisen, denn sie wollen letztendlich wissen, was sie erhalten. Da der neue Bruttosektpreis die Zahlungsbereitschaften mancher Konsumenten übersteigt sinkt die gesamtwirtschaftlich nachgefragte Sektmenge gegenüber einer Situation ohne staatliche Sektsteuer von x* zu x1. Dies hat Auswirkungen sowohl auf die Produzenten- als auch auf die Konsumentenrenten: Konsumentenrente: Die Konsumenten fragen nun weniger Sekt nach als in der Situation ohne Steuern und müssen einen Teil der Steuerlast tragen, was ihre individuellen Konsumentenrenten und damit die aggregierte Konsumentenrente mindert. Die aggregierte Konsumentenrente sinkt auf die Dreiecksfläche q1 pmax C. Produzentenrente: Alle Produzenten die zu dem neuen Bruttopreis noch Sekt anbieten, können jetzt nur noch weniger verkaufen als in der Ausgangssituation. Zudem müssen auch sie einen Teil der Steuerlast tragen was die individuellen Produzentenrenten und somit die aggregierte Produzentenrente mindert. Die aggregierte Produzentenrente sinkt auf die Dreiecksfläche 0 p1 B.
Die Besteuerung führt dazu, dass ein Steueraufkommen in Höhe von p1 q1 C B generiert wird. Welchen Anteil der Steuerlast Anbieter und Nachfrager jeweils zu tragen haben, hängt jedoch von den Elastizitäten der Angebots- und Nachfragekurven ab. Der aus der Besteuerung entstehende Nutzen (das Steueraufkommen) kann den Schaden der Besteuerung (Verminderung der Renten) nicht kompensieren; würde der Staat das Steueraufkommen wieder vollständig an die Produzenten und Konsumenten ausschütten, reicht dieses nicht aus um die Verringerung der Produzenten- und Konsumentenrente auszugleichen. Es bleibt also eine Fläche in Form des Dreiecks ABC in der Grafik übrig, das sog. Harberger Dreieck. Dieses Dreieck entspricht dem Wohlfahrtsverlust, den Produzenten und Konsumenten über die Zahllast der Steuer hinaus erleiden; Während einige Produzenten weniger oder gar keinen Sekt mehr anbieten, müssen manche Konsumenten auf den Sektgenuss verzichten und auf andere Güter (bspw. Bier) ausweichen. Durch die Einführung der Steuer werden beide, in eine für sie suboptimale Situation gedrängt.(KaS) Quellen: Brümmerhoff, D.: Finanzwissenschaft, 9. Aufl., Oldenbourg 2007, S. 448. Dickertmann, D.; Gelbhaar, S.: Finanzwissenschaft - Eine Einführung in die Institutionen, Instrumente und ökonomischen Ziele der öffentlichen Finanzwirtschaft, Berlin 2000. Homburg, S.: Allgemeine Steuerlehre, 5. Aufl., München 2007, 142 f. Wigger, B.: Grundzüge der Finanzwissenschaft, 2. Aufl., Berlin 2006.
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