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Der Begriff des Währungsregimes bereitet bei der Definition Probleme und findet sich oftmals nicht in den einschlägigen Enzyklopädien. Eine Annäherung lässt sich leicht durch eine Definition des zweiten Worteil, also Regime, beginnen. In der französischen Sprache steht „régime“ für Regierung oder Regierungsform, dies ermöglicht eine erste Interpretation. Die Politikwissenschaft spricht deswegen auch zunächst, wertneutral, von einer „Bezeichnung für eine bestimmte Herschaftsordnung oder Staatsform (Regimetyp)“ (M.G. Schmidt 1995: S. 816). Weniger neutral wird der Begriff auch als Negativbezeichnung für autoritäre oder totalitäre Herrschaftssysteme benutzt (zum Beispiel DDR, VR China oder das Dritte Reich und der Nationalsozialismus). In der Fachliteratur der Politikwissenschaft existiert schließlich die Definition aus dem Bereich der Internationalen Beziehungen, welche von einem besonderen Regelwerk der Kooperation spricht. Damit wird zumindest der Grundgedanke erfasst. Ein Währungsregime ist grundsätzlich ein bestimmtes Regelwerk, welches durchaus internationale Kooperation umfassen kann, jedoch auf nationaler Ebene zu verstehen ist. Diese Regeln beziehen sich insbesondere auf die Art und Weise, wie der Wechselkurs einer Währung im Verhältnis zu den ausländischen Währungen bestimmt wird. Der Wechselkurs einer Währung kann von einer Regierung grundsätzlich fixiert werden oder frei, entsprechend der Wirtschaftsleistung und sonstiger Faktoren berechenbar, konvertierbar sein. Bei fixen Wechselkursen wird der Austauschwert einer Währung in Relation zu einer bestimmten Ankerwährungen (besipeilsweise dem US-Dollar) oder einem ganzen Währungskorb gesetzt. Neben dem nationalen Währungsregime existieren auch internationale Regime, die Weltwirtschaft und Währung bzw. deren Wechselkurse bestimmten. Frühe Versuche international die Wechselkursen und Währungsregime zentral zu steuern wurden bereits während und vor dem 1. Weltkrieg unternommen, wobei der Weg über das Hilfsmittel Gold damals gesucht wurde (Goldstandard). Dieser Goldstandard, der die vor dem 19. Jahrhundert oftmals auf Silber basierten Währungsstandards ablöste, besagte, dass der Geldwert jeder Währungseinheit durch eine feste Menge an Feingold definiert wurde. Diese Währungseinheiten waren entsprechend eintauschbar gegen Feingold, jedoch waren zunächst auch Goldmünzen als direkte Zahlungsmittel im Verkehr. Bis in das 20. Jahrhunderte änderte sich diese Situation immer mehr zu einem Gold-Exchange-Standard, was die Ausgabe anderer Währungseinheiten, wie Papiergeld, frei der direkten Bindung an das Metall, jedoch mit festem Umtauschkurs in Gold bedeutete. Die große Wirtschaftskrise der 1930er Jahre, damit verbunden die Hyperinflation bzw. der drastische Wertverfall vieler Währungen sowie der 2. Weltkrieg zeigten diverse Schwächen dieser Regime auf und führten nach dem Sieg der Allierten zu dem sogenannten Bretton-Woods-System. Dieses umfasste nicht nur ein besonderes und internationales Währungsregime, sondern auch weitere wirtschaftliche und institutionelle Anpassungen. Im Zuge der Verhandlungen entstanden Institutionen wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds (IMF) als Krisenhelfer für notleidende Währungen weltweit. Im Hinblick auf das Währungsregime selbst sollte diese Regelung die nächsten 20 bis 30 Jahre bestimmen. Der Kern bestand immer noch aus einer Bindung an Gold, jedoch wurde der US-Dollar deutlich aufgewertet. Es war vielmehr der amerikanische Führungsanspruch in der Welt, der einen neuen Gold-Exchange-Standard ins Leben rief. In diesem neuen Regime sollte der US-Dollar die Leitwährung der Welt werden, welche jedoch durch Gold gedeckt jeder Zeit umtauschbar bleiben sollte (konvertibel). Somit wurden alle sonstigen Währungen in einen festen Wechselkurse zum US-Dollar und damit zum Gold gesetzt. Darin lag letztlich auch die Schwäche dieses Währungsregimes, welches abhängig war vom Vertrauen in den US-Dollar und der Golddeckung durch die amerikanische Notenbank. Solange die USA große Handelsüberschüsse erzielten und damit der US-Dollar knapp in den Märkten blieb, entstanden keine Probleme. Mit dem Aufstieg neuer Exportnationen, wie Deutschland und Japan nach dem 2. Weltkrieg, änderte sich die Situation jedoch zu ungunsten der USA. Die Handelsüberschüsse wurden geringer und immer mehr US-Dollar flossen in die internationalen Märkte. Dazu nutzten Länder wie Frankreich den Goldumtausch, um die eigenen Dollarreserven in Gold umzuwandeln. Die Folge war im Zuge der Wirtschaftskrisen und des Ölschocks der 1970er Jahre ein Zusammenbruch des Bretton-Woods-System, verbunden mit der Weigerung der USA, Dollar in Gold umzutauschen. Gegenwärtig sind die internationalen Finanzmärkte weitgehend liberalisiert und ein freies Wechselkurs- oder Währungsregime hat sich etabliert. Die Wechselkurse ergeben sich aus den Verhältnissen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften, dem Außenhandel bzw. den üblichen Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage. Der US-Dollar spielt immer noch eine wesentliche Rolle als Reserve- und Ankerwährung. Jedoch wurde mit dem Euro ein gewichtiger Gegenspieler geschaffen. Obwohl sich die aktuellen Währungsregime bewährt haben, kommt in Krisenzeiten die Thematik der Ausgestaltung der Währungsregime immer wieder auf.(SSch) Quellen: Eichengreen, B.; Kenen, Peter B.: Managing the World Economy under the Bretton Woods System: An Overview, in: Kenen, Peter B.: Managing the World Economy. Fifty Years After Bretton Woods, Washington 1994, S. 1-53. Handelsblatt (Hrsg.): Köhler: Krise verlangt ein Bretton Woods II, 21.11.2008, Internet: www.handelsblatt.com/politik/deutschland/koehler-krise-verlangt-ein-bretton-woods-ii;2094520, Stand: 30.5.2009. Plickert, P.: Rückkehr zum Goldstandard? in FAZnet vom 12. Mai 2009, Internet: www.faz.net/s:/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BECDoc~E46F9555FE1DA4C4CAD3D 051DD3E59DF5~ATpl~Ecommon~Scontent.html, Stand: 30.5.2009. Schmidt, M. G.: Wörterbuch zur Politik, Stuttgart 1995, S. 816.
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